Simona Deflorin
„Waiting“ 2024; Öl auf Lw.; 170x120cm
Malerei
Simona Deflorin wurde in Bergamo geboren und wuchs in Basel auf. Sie studierte an der damaligen Schule für Gestaltung Basel in der Fachklasse «Freies bildnerisches Schaffen» bei Franz Fedier. Für ihr künstlerisches Schaffen erhielt sie unter anderem den Preis der Fontana Gränacher Stiftung sowie den «Carl Spitteler»-Preis, der ein Stipendium der Cité Internationale des Arts in Paris beinhaltet. Darüber hinaus ist eine Arbeit Simona Deflorins in der Sammlung der Kunstkredit, BL, vertreten.
In ihren grossformatigen Ölgemälden, Tuschezeichnungen und Aquarellen verschmelzen Figuren, Tiere und hybride Wesen mit dichtem Blätterwerk, Wäldern und Baumlandschaften. Mensch, Tier und Natur treten in einen stillen Dialog, Grenzen lösen sich auf, und es entstehen Bildräume, in denen Sichtbares und Unsichtbares ineinander greifen.
Der Titel «PLACE TO BE» spielte bewusst mit der Vorstellung eines angesagten Ortes – und verschiebt sie ins Innere: Deflorins „Place“ ist kein geografischer Punkt, kein hipper Treff, sondern ein seelischer Zustand. Es geht um Ankommen, Geborgenheit und Verbundensein mit der Umgebung, zugleich aber auch um notwendige Abgrenzung, Rückzug und Schutz. Die vielschichtigen Bildlandschaften werden zu Projektionsflächen für Stimmungen, Erinnerungen und innere Entscheidungsprozesse.
Deflorin arbeitet intuitiv und prozesshaft. Ihren Ölbildern gehen oftmals Serien von Tusche- und Aquarellarbeiten voraus, die in konzentrierten, schnellen Arbeitsphasen entstehen und die Motive thematisch verdichten. Persönliche Träume von Wäldern und Bäumen sowie ein breites Spektrum zutiefst menschlicher Emotionen fliessen in ihre Werke ein und verleihen ihnen ihre poetische, bisweilen geheimnisvolle Intensität.
Die Künstlerin lädt dazu ein, in diese Natur- und Seelenlandschaften einzutreten und darin eigene Orte der Erinnerung, der Ruhe und des Aufgehobenseins zu entdecken.
„Tassennester“ 2023; Öl auf Lw.; 150x140cm